Freitag, 1. November 2019

Hablan español? Oder so ähnlich.

So, liebe Zurückgebliebene, 
an Kolumbien kann ick nu n Haken dran machen. Allet jesehn, janz nett, wa? Im Ernst, nach nunmehr vier Wochen habe ich Kolumbien hinter mir gelassen. Man kann sicherlich noch weitere drei Monate dort verbringen und hätte immer noch nicht alles gesehen. Aber der Berg ruft. 
Kolumbien wird seinem Ruf als Hotspot für Drogen und Prostitution absolut nicht gerecht, obgleich natürlich beides vorkommt, aber Koks wollte man mir auch schon in anderen Teilen der Erde zur Genüge andrehen. Wenigstens bin ich nicht mehr so grün wie damals in London, als ich das geraunte "You want Coke?" mit einem Verweis auf die vor mir stehende Cola und einem herzlichen Lächeln ablehnte. Hat damals circa fünf Minuten gedauert, bis mir klar wurde, dass DAS jetzt nicht der Kellner war. 
Die letzten Tage in Kolumbien habe ich an der Karibikküste verbracht. Nach einer Tageswanderung in den Tayrona-Nationalpark bin ich über Santa Marta und vorbei an Baranquilla nach Cartagena gefahren, einer alten Festungsstadt der Spanier. Umgeben von einer Stadtmauer wirkt die Stadt an einigen Stellen wie die typische südspanische Stadt (nicht, dass ich häufig in Südspanien gewesen wäre, aber kennste eine, kennste alle), an anderer Stelle sorgen Hochhäuser zur Linken und der Sonnenuntergang zur Rechten für ein Miami-Feeling. Donnerstag begann mein Sprachkurs in der Toucan Language School. Privatstunden bei Angelica, zwei Stunden Vollgas jeden Tag. Der Unterricht wurde komplett in Spanisch gehalten und es wurde geredet und geredet und geredet. Zwischendrin hat mich Angie noch mit Grammatik gequält. Und auch wenn ich weiterhin Tränen in den Augen habe, wenn ich mich zwischen vier Vergangenheitsformen entscheiden soll, so hat der Unterricht mich auf jeden Fall in punkto Sprachfluss weitergebracht. Zudem waren die sieben Tage in Cartagena eine gute Möglichkeit, um mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen und auch mal einen Tag nichts zu machen. Das war bei durchgehend mehr als 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit auch nicht anders möglich. Das freie Wochenende habe ich für eine Tour auf die Islas Rosarios genutzt, wo mich die üblichen Dinge erwarteten (Strand, Wasser, Sonne). Alles in allem hatte ich also noch mal ein paar entspannte Tage in der Sonne und konnte Kraft tanken für Patagonien. Nun sitze ich im Flieger von Santiago de Chile nach Punta Arenas und bereite mich mental auf 10 Grad Außentemperatur vor. 
Update: Punta Arenas ist sehr schön. Ruhig, kalt, sonnig und windig, nette Menschen. Heute ist offenbar Allerheiligen und ich habe mich der Meute auf dem Friedhof angeschlossen, konnte aus Gründen der Pietät jedoch nicht viele Fotos machen. Morgen fahre ich nach Puerto Natales und treffe letzte Wandervorbereitungen. Ich würde gerne am Ende nach Punta Arenas zurückkehren, um noch Feuerland zu besuchen und ein paar Pinguine mitzunehmen. Ist ja bald Weihnachten. Wichtige Notiz: Ab Dienstag bin ich sieben Tage nicht zu erreichen. Wer also noch Liebesbekundungen oder Beschimpfungen los werden möchte, möge dies bitte bis Dienstag tun. Danach ist der Schalter geschlossen. Viele Grüße von der Magellanstraße, die quasi hinterm Haus vorbeifließt!



























2 Kommentare:

  1. Wann gibt es hier endlich den Beitrag über die südamerikanischen Geschlechtserkrankungen ???

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  2. ¡Realmente fue increíble anoche! La próxima vez es gratis!

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